Es ist so klirre kalt, dass man kaum bis zum Briefkasten laufen mag. Aber auch bei Eiseskälte geht sie nicht weg, diese kleine Aufregung, es könnte ja was Überraschendes im Kasten sein. Auch nicht die Neugier, ob jemand an mich gedacht hat und wenn ja, dann wie. Auch nicht die winzige Furcht, eine richtig schlechte Nachricht sei heute dabei zwischen dem ganzen Ramsch an Frohgemutreklame. Wie viel wohler wäre mir ohne Briefkasten und ohne die anderen Container für allfällige Neuigkeiten, die e-Mailbox, den Telefonbeantworter. Sehr viel wohler wäre mir, aber ich könnte es keine Minute aushalten. Ich laufe, wenn‘s sein muss, nackt durch die Kälte, wenn ich weiß, dass der Briefkasten voll ist.

 

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