Niemand geht in dieses Dorf oben am Berg. Vielleicht mal ein paar Ziegen oder ein Bauer, der einen Platz für seinen Bienenkasten sucht. Das Dorf ist kaputt, seit einem Felssturz im letzten Jahrhundert verlassen. Der Weg hinauf ist steil und versteckt. Ich hab ihn im Sommer 07 per Zufall gefunden und acht Jahre später erneut gesucht. Zu schön ist es zwischen den Ruinen: Man sieht noch Ein- und Durchgänge, Rundbögen, ein paar hellblaue Farbreste an den Wänden, einen Brunnen mit Kuppel, schräge Grabsteine. Die Bäume sind alte Riesen. Feige, Granatapfel, Maulbeere, Nuss, Olive. Nur Holz und Steine liegen auf den Pfaden, kein Fitzelchen Plastik. Tief unten schimmert die Ägäis, ein abgestürzter Himmel. Was sich bewegt: sehr sacht ein Wind, kaum merklich eine Schildkröte, und möglicherweise die Zeit. Wenn letztere nichts dagegen hat, ginge ich gerne wieder mal hin.

 
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