Mit Medikamenten wird der Blutdruck wieder eingefangen, aber haut nochmal ab, als E. anruft und sich für unsere Briefe bedankt und sich für immer verabschiedet. Isst nichts mehr, schläft nicht mehr wegen der Schmerzen, stirbt davon. Was sagt man? Also dann. Oder: Mach‘s gut. Oder: War schön, dich zu hören. Oder: Scheiße, diese Sterberei. Warum hat der Herr im Himmel für seine Lebewesen nicht ein besseres Verschwinden erfunden?

Gestern im Güterbahnhof die Werke der Zürcher Künstler Otto Müller und Trudi Demut gesehen. Besonders die Demut hat wunderschöne Bilder und Plastiken hinterlassen. An den Bildern fängt die Farbe schon an abzublättern, im alten Bahnhof ist wohl die Luft nicht das Richtige für sie, und wenn man in drei Monaten den Bahnhof abreißt, weil dort eine Polizeizentrale entstehen soll, dann landen die Kunstwerke vielleicht in einer noch feuchteren Unterkunft oder aber in der Verbrennungsanstalt Hagenholz. Dann war alles, was sich Trudi dachte, für die Katz. Aus.

 
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