Beim Entsorgen von alten Zeitungsausschnitten finde ich ein Bild – publiziert am 23. Februar 2005 –, das ich noch immer nicht wegwerfen kann. Da kauert ein Mann, wohl ein Bauer, ist dreckig von Staub und Schutt, ein Erdbeben morgens um sechs hat sein Dorf zerstört: Hotkan im Iran. Hinter dem Mann ist ein Haufen Steine, neben ihm ein Haufen von Tüchern. Man sieht, wie der Mann das Gesicht verzogen hat, fast könnte es sein, dass er leise lacht. Man schaut genauer hin und hört, dass er weint. Das Bild hat plötzlich Ton! Es ist kein lautes Schluchzen, es ist ein heftiges, stilles Weinen. Unter dem Haufen von Tüchern schaut ein lebloses weißes Kinderfüßchen hervor. Der Mann weint um sein Kind, sagt das Bild. Ich behalte es noch ein Weilchen.
 

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