»Woran glauben wir morgen?« war der Titel einer Vorlesung letzten Sonntag an der ETH. Man erfuhr, wie die Wissenschaft über die Jahrhunderte Vorurteile wegräumt wie Schutt, der die Sicht versperrt. Die Erde ist flach, war so ein Vorurteil. Jetzt ist es weg. Die Zeit ist überall gleich, war ein weiteres Vorurteil. Jetzt ist es weg. Neue Sichten von Welt und Weltall sind dadurch entstanden. Ähnlich wie die Astrophysiker könnte auch ich mich anstrengen, Schutt wegzuräumen, Vorurteile abzubauen. Neue Sichten auf Mitmenschen und Gegenmenschen würden frei werden. Oder will ich auf den Schutz des Schutts gar nicht verzichten? Auf jeden Fall waren die astrophysischen Häppchen am Sonntag recht lecker. Zum Beispiel fiel der denkwürdige Satz: »Vergangene Ereignisse hören auf zu existieren, sobald alle Erinnerung daran ausgelöscht ist.«

 

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