Glück – gibt es das? Falsch gefragt. Nochmals: Gibt es Glück, das länger dauert als einen einzigen Moment? Und: Gibt es Glück, das nicht nur ich-bezogen ist? Wohl kaum. Ich kann ja nicht glücklich sein, wenn ich gleichzeitig an andere denken muss, die unglücklich sind. Und die fallen mir im zweiten und dritten und vierten Moment ein. Ich meine nicht die Kinder, die in Goldminen schuften. Nicht die Flüchtlinge, die sich verstecken müssen. Nicht die Häftlinge in Todeszellen… Nein, nein, die verdränge ich, bevor sie mir einfallen. Ich denke an die allernächsten, an solche, die ich kenne und liebe. Wenn es ihnen schlecht geht, kann mein Glück nur eine Sekunde dauern. Am glückverhinderndsten ist das Gefühl, jemand Unglücklichen auf die Welt gestellt zu haben.

 
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