Im Tessin haben wir mal einen Kumquat gesetzt. Das Bäumchen mochte seinen Platz und gedieh. Aber statt der orangen, herrlich bittersüßen Früchtchen reiften ungenießbare Zitronen heran, die bestanden fast nur aus Kernen und einer dicken pelzigen Schale. Zudem waren die Äste voller gefährlich spitzer großer Dornen. Wehe, wenn die den spielenden Kindern ins Auge gingen. Als wir beim Gärtner reklamierten, meinte er, da habe sich die Veredelungsgrundlage, eine Wildzitrone, gegenüber dem aufgepfropften Kumquat durchgesetzt. Er gab uns ein neues Bäumchen. Es gedieh, es blühte, und wieder bescherte es uns nur ungeliebte Wildzitronen und bitterböse Dornen. Jetzt aber wussten wir Bescheid und schnitten alle neuen Triebe weg. Übrig blieb ein kümmerliches, ab jetzt streng beobachtetes Kumquat-Stämmchen. Das soll uns nun endlich die gewünschten Früchte liefern. Das Wilde ist halt oftmals stärker als das Aufgepfropfte. Aber ich will hier nicht pädagogisch werden, nein, keinesfalls …

 
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok