Schlechte Laune wegen meiner Ungeduld. Zapplig werden wegen meiner Ungeduld. Ungerecht werden wegen meiner Ungeduld. Das müsste nicht sein, das ließe sich wegtherapieren, nehme ich an. Meine Ungeduld kommt nur, wenn etwas nicht so wird, wie ich es mir ausgedacht habe, geplant habe, vorbereitet habe. Ich bin nämlich ziemlich gut im Ausdenken, Planen und Vorbereiten. Wenn‘s also nicht klappt, sind die anderen schuld. Das sagt dann meine Ungeduld. Willst du dir das gefallen lassen?, sagt sie. Willst du das dulden oder undulden? Sie sagt mir nie: Die anderen haben auch Gründe, haben auch Lösungen, haben auch Wege zum Ziel. Nie sagt sie so was, nein, sie heizt mir einfach ein. Sie ist ziemlich ekelhaft. Ich kann nämlich sehr wohl geduldig sein, aber – wenn ich’s richtig bedenke – nur in Situationen, zu denen ich nichts beigetragen habe. Wenn der Zug Verspätung hat, wenn ein Regenguss die Straße überflutet, dann bin ich very patient, bin einfach Patient, der sein Weh erduldet. Ich habe es ja nicht selber organisiert.

 
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