Heute habe ich in einem Küchenschränkchen ganz zuhinterst vergeblich nach einer bestimmten Schale gesucht und habe stattdessen einen Schoppen gefunden. Einen was bitte?, kann man sich in Mecklenburg-Vorpommern fragen. Aber das ist mir jetzt egal. Ich habe nicht eine Trinkflasche gefunden, sondern einen Schoppen, nämlich den, nach welchem der kleine Enkel verlangte, wenn er traurig oder aufgeregt war. Wetsch en Schoppe? Einmal nicken – und die Großmutter rannte. Einmal saugen – und die Welt war wieder im Lot. Inzwischen spielt der kleine Enkel Fußball, löst Dreisatzrechnungen, lernt Französisch und wird immer schlagfertiger. Aber wenn er mal nachdenklich aus der Schule kommt und mich merkwürdig still grüßt, würde ich gerne ein paar Jahre aus dem Fenster werfen und fragen: Wetsch en Schoppe? Damit er nicken und ich rennen könnte. Damit die Welt umgehend ins Lot käme. Damit die bösen Geister verschwänden: der Neid, der Ehrgeiz, die Angst, die Scham, die Schuld …

 
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