Heute ist es minus zehn Grad. Mit dem Nordwind wirken die minus zehn wie minus zwanzig. In dieser ungewöhnlichen Kälte zerbrechen die Glasmasken vor den Gesichtern. In Tram und Bus schauen die Leute einander in die nackten Augen und machen verwundert den Mund auf. Sie reden! Über zu enge Leggings, ein Ehemann mit Grippe und schlechter Laune, erfrorene Geranien, das Wetter im Jahr 1963, Trump, der an der Kopf fröre, ein Loch im neuen Handschuh, einen geizigen Vermieter, die heiße Schokolade bei Sprüngli, Ohren im Alter und die frisch geschiedene Tochter. Heißa, ist das kalt! Weil alle so dick verpackt sind, nestelt kaum jemand ein Handy hervor, das wäre zu umständlich, und ohnehin gibt es rundum grad genug zu hören.

 

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