Beim Kastaniensuchen im Tessin kam mir ein Mann entgegen und verschwand abrupt seitwärts zwischen den Bäumen, so als wollte er nicht gesehen werden. Es regnete, ich kletterte den Pfad hoch und bückte mich mal da, mal dort nach einer extra großen Frucht. Besonders ergiebig war ein mächtiger Baum am Waldrand, hier hatte noch niemand gesammelt, alle Läden des Ferienhauses dahinter waren verschlossen, keiner da. Doch, da war wieder dieser Mann, er kehrte hastig um, als er mich sah, so als hätte er etwas vergessen Vielleicht ein Flüchtling, dachte ich, ist über die nahe Grenze gekommen und hat in dem Haus einen heimlichen Unterschlupf gefunden. Vielleicht saß eine ganze Gruppe dort drin, rauchte und fror und öffnete Konservendosen. Wenn es so wäre, ich würde sie nicht verraten, dachte ich. Der Mann hatte eher dunkel ausgesehen, wie etwa ein Pakistaner. Oder wie ein Tessiner, so fiel mir plötzlich ein. Alte Eselin, dachte ich, packte Sack und Hirngespinste und machte mich auf den Heimweg.

 

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