Vor Jahren habe ich mal ein Brot gebacken – es schmeckte nicht besonders gut. Heute hab ich es wieder versucht, mit Mehl, Hefe, Wasser, Salz und viel Geduld. Ich mixte und rührte und knetete und knetete. Es heißt immer, man könne beim Teigkneten allerlei loswerden: Enttäuschungen, Aggressionen und Wüte. (Ist Wüte der Plural von Wut? Oder gibt es gar keinen? Müsste es aber, bei so vielen Ursachen zum Wütendwerden.) Leider hatte ich beim Kneten gerade nichts, was ich loswerden wollte. Ich dachte ein bisschen dies, ein bisschen das. Zum Beispiel dachte ich: Es gibt Menschen, die sind wie Teig, der nie aufgeht, sie lassen sich zu Tode kneten. Mein Teig ging dann ganz schön auf. Aber das Brot, das schmeckte nicht besonders gut.

 
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