Eine kleine traurige Geschichte wär zu erzählen, aber wie nennt man die gusseiserne(?) jahresringartig gerillte Scheibe, aus deren Mitte der Lindenbaum an der Zürcher Bahnhofstrasse wächst? Wie auch immer. Auf der Scheibe kniet ein Mann, neben sich diverse Tüten und Schraubenzieher. Er versucht, mit einem Taschenmesser etwas zwischen den Rillen herauszupulen, erwischt aber nur Flusen und Kippen. Hat er etwas verloren? Nein, es sieht eher aus, als pule er verbissen nach unbekannten Schätzen. Kapuze, halbnackter blasser Hintern, schmutzige Hände, beringte Finger. »Suchen Sie Kleingeld?«, frage ich und lege ein Zweifrankenstück auf den Boden. Die Hand nimmt’s, der Kopf hebt sich ganz kurz, ich sehe ein junges krankes Gesicht mit einem schiefen Mund. »Hab Mühe, Leute anzusprechen«, sagt der Mund, und schon ist der Kopf wieder unten. »Kann ich verstehen«, sage ich und denke: Eine kleine traurige Geschichte wär zu erzählen, aber wie nennt man die Scheibe, aus deren Mitte…. 

 
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