Das beste Theater ist das Umsonsttheater. Und man hat erst noch den teuersten Platz, nämlich direkt neben, vor oder hinter den Hauptdarstellern. Zum Beispiel im Tram: »Vater hat gesagt, ich soll mir eine Frau suchen«, sagt ein junger Mann zu seinen Kumpels, »aber nur von Rom an aufwärts.« Oder im Laden: »Hoffentlich hab ich dafür noch Platz im Geschirrschrank«, sagt die Kundin zur Frau an der Kasse. »Sonst werfen Sie‘s einfach aus dem Fenster«, sagt diese. Oder im Zug: In Arth-Goldau steigt eine Familie ein. Die Frau sagt nichts. Der Mann sagt nichts. Das Kind sagt nichts. Bis Bellinzona. Oder auf dem Bahnhof: Zwei gehörlose junge Frauen reden lebhaft miteinander. Man versteht sie, wenn sie lachen. Oder in der Spitalkantine: Zwei Männer in weißen Schürzen essen Teigwaren und reden über Probleme beim Leichentransport. »Starr nicht so«, sagt mir O. jeweils in solchen Theatern.

 
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