Ich fuhr mit dem Auto um die Kurve, da riss oder platzte etwas in seinen Innereien, »puff«, kaum hörbar, aber es war das Ende. Mit dem vorhandenen Schwung konnte ich noch bis zum Straßenrand steuern, stellte das Pannendreieck auf, rief den Pannendienst an. Ich öffnete die Motorhaube, glänzend lag der Motor vor mir, kam mir vor wie ein großes Gedärme in einem stillen Leib. Ein paarmal noch drehte ich den Schlüssel, doch es ertönte nur endlos Gewinsel, kam mir vor wie sich verflachende Linien auf dem Monitor kurz vor Herzstillstand. Der Pannenhelfer fuhr vor, lud das Auto auf seinen Abschlepper, kam mir vor wie Sarg und Leichenwagen. Zwölf Jahre war ich mit dem Auto rumgefahren, aber erst jetzt fühlte ich so was wie eine sentimentale Verbindung. Nichts mehr zu machen, sagte der Garagist am Telefon. Zahnriemen gerissen. Ich wusste nicht mal, dass mein Auto einen Zahnriemen gehabt hatte. »Schade«, sagte der Garagist. »Mein Beileid« sagte er nicht.

 

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