Gestern im Bus sah ich einem Jungen zu, der etwa sieben Jahre alt war, und dessen Gesicht bereits zeigte, wie er als Vierzigjähriger aussehen würde. Als Filialeiter oder Gemeinderat oder Steuerbeamter. Er trug einen Rucksack mit türkisen Trägern, saß sehr still und dachte. Der Sitz neben ihm war frei, es schien, dass er alleine reiste, niemand rief ihm zu »Schau dort, ein Graureiher« oder »Wo hast du deine Mütze«. Ich glaube, was er dachte, belustigte ihn nicht, es macht ihn eher leicht missmutig. Als sich eine Frau neben ihm niederließ und ihn mit ihrer großen Tasche etwas bedrängte, sah er noch missmutiger aus. Bei der nächsten Haltestelle stand er auf und ging mit raschen Schrittchen zum vordersten Sitzplatz, wo er freie Sicht und seine Ruh hatte und weiterdachte. So fuhr er in seine Zukunft. Er machte mich etwas traurig, weiß nicht warum. Vielleicht weil er in seinem Leben bis zur Endstation noch so oft wird aus- und umsteigen müssen.

 
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