Irina, die mir die Haare schneidet, kommt aus Tschuwaschien. Hat sie mir heute gesagt. Ich habe bislang nicht gewusst, dass es Tschuwaschien gibt. Es klingt für mich wie der Ort einer erfundenen Geschichte: »Herzflattern in Tschuwaschien«. Oder: »Der tschuwaschische Zögling«. Sie fliegt nach Moskau, sagt Irina, und von da mit dem Zug dreizehn Stunden in die Tschuwaschische Hauptstadt Tscheboksary. Die Tschuwaschen sind ein Turkvolk, ihre Sprache ist mit Türkisch verwandt, aber kyrillisch geschrieben. Irina wird ihre Verwandten besuchen und ihnen ihre kleine Tochter vorführen. Sie freut sich nicht besonders. Wegen des vielen Redens schneidet sie mir die Haare zu kurz. Egal, dafür habe ich einmal mehr erfahren, wie wenig ich immer noch weiß. Und dass »ja« und »nein« auf tschuwaschisch »şapla« und »şuk« heißt.

 

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.