Am Postschalter gibt der Mann vor mir seinen Namen bekannt, ich höre mit. Der Name des Mannes bedeutet: »Kleine Hose auf Schweizerdeutsch«. Obwohl der Name ganz nett klingt, möchte ich nicht so heißen. Von hinten sieht der Mann so ungefähr sechzigjährig aus. Ich frage mich, wie er fünf Dutzend Jahre lang mit seinem Namen zurechtgekommen ist. Spielt der Name überhaupt eine Rolle? Bildet der Name den Menschen mit? Und wenn sich die Leute umtaufen könnten, welche Namen würden sie dann wählen und warum? Würde der Mann vor mir sich eher Füglistaller oder Lavendel nennen wollen? Gut, dass die Pflanzen nichts von ihren Namen wissen. Der Knollige Kälberkropf etwa. Der bringt so oder so jeden Sommer seine weißen holden Dolden zustande. Endlich ist »Kleine Hose auf Schweizerdeutsch« abgefertigt, und ich bin dran. Die Postbeamtin trägt ein Namensschildchen. 

 
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok