Ich frage mich, was Majed jetzt macht. Der Knabe Majed, 13, wohnhaft in Aleppo. Der mit den kleinen Zwillingsbrüdern. Er war an der Arbeit in einer Schneiderei, als die Bomben fielen und sein Zuhause zerstörten. Er fand seine Mutter im Krankenhaus, sie war tot. »Ich erkannte sie an der Halskette«, sagte er. Mutter war in Stücke gerissen. Auch die Zwillingsbrüder waren tot. Majed klammerte sich an die Plane, unter der einer der toten kleinen Brüder lag, und schrie seinen Schmerz hinaus. Ein Fotograf hat die Verzweiflung in Majeds Gesicht festgefroren und das Bild um die Welt geschickt. Man getraut sich kaum hinzuschauen, so also sieht abgrundtiefer Schmerz aus. Seitdem sind knapp zwei Monate vergangen. Vielleicht ist Majeds Schwester unter den Trümmern noch gefunden worden. Immer noch fallen die Bomben. Von Majed liest man nichts mehr.

 

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