Alles weiß und gefroren, es schneit. Hochbetrieb beim Vogelhaus, sechs Amseln – ich stell mir vor, wie sie in einem Monat zu singen anfangen, wenn‘s noch dunkel ist – dazu ein Specht, ein Eichelhäher, eine Rotbrust, Haubenmeisen, Blaumeisen, Kleiber. Die Kohlmeisen zähl ich gar nicht auf, weil ich sie gar nicht mehr beachte, so viele sind es. Das Wenige ist immer interessanter als das Viele, jawohl Frau Phrasendrescher. Die Katz sitzt bei mir am Fenster und gibt manchmal einen leisen Ton von sich, wenn ihr die Vögel zu viel werden. Aber meist ist sie ruhig, hat die Lust auf die Vogelhatz in die Schwanzspitze verdrängt. Stille Welt hier – und anderswo schießen sie einander gerade tot. Nie verkriecht sich das Böse frierend in ein Loch, es ist immer munter unterwegs und schaut sich am nächsten Tag in der Zeitung an, was es alles geleistet hat.

 
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