Pflanzen, die regelmäßig berührt werden, bleiben kleiner und kräftiger. Japanische Bauern schickten schon vor dreihundert Jahren ganze Kinderscharen auf die Äcker zum Getreidesprossentreten. Vor dreißig Jahren strichen Heidelberger Wissenschaftler mit einem Straßenbesen über Petersilienpflänzchen. In freier Natur ist der Wind ein gekonnter Streichler. Bewindete Pflanzen werden weniger hoch, dafür kräftiger. Auch eine deutsche Gärtnerei streichelt mit Luft, durchpustet die Pflanzen achtzigmal pro Tag, um die Blätter zu bewegen. Und mittlerweile hat man für den geglückten Empfang solch kräftigen Streichelns das verantwortliche Gen gefunden: AtGA2ox7. Besonders erfolgreich sind streichelnde Eltern. Ihre Kinder werden kräftig, und sie wachsen den Alten nicht über den Kopf. Streicheleien von anderen menschlichen Wesen nehmen Kinder etwas weniger gerne entgegen. Kluge Großeltern wissen das und streicheln vor allem mit den Augen.

 

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