Im Rahmen der Armutsbekämpfung, so lese ich in der ZEIT, werden in China Millionen von Bauern umgesiedelt. Ein Beispiel: Das Bergdorf Erping wurde abgerissen und die hundertvier Familien leben nun statt in Lehmhütten in Reihenhäuschen aus Beton, eine Gehstunde von ihren Feldern entfernt. Ruckzuck wurde gebaut, ruckzuck wurde umgesiedelt – nicht einfach für an Langsamkeit und Einsamkeit gewohnte Bergbewohner. Noch in den neunziger Jahren führte kein Fahrweg zum Dorf, der Fußmarsch dahin dauerte zehn Stunden. Selten stieg jemand ins Tal ab. Dort erkannte man manche Menschen aus Erping daran, dass sie vor öffentlichen Toiletten standen und nicht wussten, was die Zeichen für Mann und Frau bedeuteten. Die kleine Randbemerkung zu den Toilettenzeichen ist mir beim Lesen des langen wohlrecherchierten Zeitungsartikels am meisten eingefahren. Ich weiß nicht, ob ich mich deswegen schämen soll.

 

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