Beim Schreiben einer Geschichte ist das Namengeben nicht ganz einfach. Man will keine Namen verwenden von Leuten, die es tatsächlich gibt und auf keinen Fall von Leuten, die man kennt und mag. Man will auch keine Namen verwenden von Gestalten, die in früheren Büchern vorgekommen sind. Die Namen sollen sich zum Vorlesen eignen. Die Autorin muss die Namen bis zum Schluss der Geschichte aushalten. Sie müssen zum Protagonisten passen. Sie sollen einigermaßen hundsnormal sein, der Leser soll nicht über Namen stolpern, er sollte, wenn‘s geht, überhaupt nicht stolpern. Ich habe im ersten Kapitel meines neuen Buchs ohne viel nachzudenken eine Nebenfigur namens Annakatharina ins Leben gerufen, von Beruf Lehrmädchen. Jetzt, im elften Kapitel, wird die Annakatharina Hauptperson. Eltern,Bruder, Liebhaber kommen ins Spiel. Wie wird sie von denen gerufen? Annekäthi: zu schweizerisch. Annakathi: immer noch lang. Anka: erinnert an Butter. Ich könnte die Annakatharina im Computer-Programm »Suchen-Ersetzen« mit einem Klick überall aufspüren und umtaufen. Tu's aber nicht, irgendwie mag ich sie schon zu sehr.

 
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