»Sie dürfen hier Platz nehmen«, sagt die Helferin in der Arztpraxis. »Sie dürfen den Ärmel etwas zurückrollen. Ja, sehr schön. Und nun dürfen Sie die Faust machen.« Ich tu, was ich darf, und dann schau ich zu, wie mein Blut ins Röhrchen fließt, ich weiß, dass ich welches hab, und doch ist es immer wieder erstaunlich, wenn da so was Dunkelrotes daherkommt. »Sie dürfen die Faust wieder öffnen«, sagt die Helferin und drückt mir auf den Einstich ein Stückchen Gaze, das ich halten darf. »Sie dürfen mir das wieder geben«, sagt sie und wirft die Gaze in den Eimer. »Sie dürfen dann noch Wasser lassen«, sagt sie. Eigentlich möchte ich lachen, aber ich weiß nicht, ob ich das darf, vielleicht schon, vielleicht darf man hier einfach alles. »Nun dürfen Sie auf die Waage stehen«, sagt sie, »die Schuhe dürfen Sie anbehalten.« Dann darf ich im Wartezimmer wieder Platz nehmen. Ist das Leben nicht herrlich, wenn man so viel darf?

 

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